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Über den idealen Golfgepäckstransport

„Golf ist ein verdorbener Spaziergang“ meinte Mark Twain einst, er wird seit Jahrhunderten von Millionen Golfern widerlegt. Und von der modernen Wissenschaft. Mark Twain erwähnte zwar die mitzubringende Ausrüstung nicht, aber wir GolferInnen wissen, dass auch der Transport des Golfequipments nicht zu unterschätzen ist.

Verschiedene gesundheitsorientierte Studien setzen sich unter anderem mit diesem Thema auseinander und zeigen bemerkenswerte Unterschiede wie sich die Art des Schlägertransports auf Physis und unsere Psyche auswirkt. So hat zum Beispiel der Physiologe Neil Wolkodoff, der Direktor des Rose Center for Health and Sports Science in Denver, eine umfassende Studie zu diesem Thema gestartet. Acht Freiwillige im Alter von 26 bis 61 Jahren mit Handicaps zwischen 2 und 17 wurden über die hügeligen ersten neun Loch des Inverness Golf Clubs in Denver geschickt. Dabei wurden alle vitalen Funktionen überwacht und ausgewertet.

Um den verschiedenen Fortbewegungsarten zu entsprechen, spielten die Probanden hintereinander mit Caddie, mit Tragebag, mit Push Cart und im Golfcart. Nicht überraschend die generellen Unterschiede im Kalorienverbrauch: Durchschnittlich 721 Kalorien für Taschenträger, 718 für Push-Trolles, 613 mit Caddy, gegenüber 421 im Cart. Fußgänger legten darüber hinaus circa vier Kilometer zurück, Cartfahrer 805 Meter. Der Unterschied zwischen Tragen und Schieben ist allerdings nicht so gravierend wie angenommen (Ziehen ist aus sportmedizinischer Sicht komplett ungeeignet). Die American Junior Golf Association hat darauf reagiert: Bei ihren Turnieren sind Trolleys zugelassen, um das Tragen, das vor allem bei jungen Golfern überdurchschnittlich oft Rückenbescherden verursacht, einzudämmen.

Aber nicht nur der geringe Unterschied im Kalorienverbrauch, sondern auch der sportliche Aspekt sprechen deutlich für das Schieben. Die Taschenträger spielten am Schlechtesten. Sie benötigten durchschnittlich 45 Schläge für neun Loch und waren damit gegenüber jenen Golfern deutlich im Nachteil, die 40 Schläge mit Trolley, 42 mit Caddy und 43 Schläge im Golfwagen benötigten. Das unterstreicht was wir alle merken. Tragen ist, vor allem auf hügeligen Plätzen anstrengend und benötigt Konzentration und Energie. Und auch Schieben ist anstrengend, elektrische Trolleys machen auch für ehrgeizige Pläne durchaus Sinn. Für den Körper so und so.

Ein weiteres Kriterium dafür, die Ausrüstung nicht selbst zu schleppen, ist die Herzfrequenz. Die stieg im Versuch vor allem beim Bergauf gehen so stark an, dass Spieler, die trugen oder manuell schoben, ihre anaerobe Schwelle erreichten und deutlich schlechtere Schwünge produzierten. Das Ansteigen der Laktatwerte dürfte die feinmotorische Koordination beeinträchtigen. Ein guter Schutz dagegen ist moderates Fitness Intervalltraining beim Laufen oder Spinning oder auch beim Training mit Gewichten. Je fitter ein(e) Golfer/Golferin ist, desto später erreicht er/sie die anaerobe Schwelle und erhält die feinmotorische Koordination.

Kurz zusammengefasst wird angesichts dieser Ergebnisse rasch klar, dass  

a) es einen guten Grund hat dass Hochleistungsgolfer ihr Gepäck nicht selbst tragen

b) es auch für sehr junge, sportliche Menschen durchaus nicht zum guten Ton gehören sollte ,die gesamte Ausrüstung zu schleppen

c) es um Zieh-Trolley schlecht bestellt ist. Sie sind absolut dem letzten Jahrhundert zuzuordnen und es ist gut und richtig, dass sie aussterben

d) auch stabile Schiebetrolleys im hügeligen Gelände physischen und psychischen Aufwand bedeuten

e) insofern die ideale Variante Elektro-Trolleys oder auch Golfcarts sind,  um mit seinen Kräften und Möglichkeiten am Golfplatz haus zu halten.

Auch die Fahrt in Golfcarts ist nicht unbedingt ungefährlich

 

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