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Trump

 

Trump & Golf

Zum Imperium der Firma Trump Golf gehören 18, großteils außergewöhnlich schöne, Golfplätze, davon vier große Resorts. Sie ist somit immer wieder auch Gastgeber einiger der größten Turniere weltweit und regelmäßig in den Medien vertreten.

Aber nicht nur die Berichterstattung rund um die Events, die Ausbaupläne zu den Plätzen und die Proteste dagegen, sondern auch das Golf des Eigentümers, aber nicht mehr Geschäftsführers, Donald Trump füllen mittlerweile Bände (und Webseiten).

Das Versprechen, nach Antritt seiner Präsidentschaft nicht mehr Golf zu spielen, sondern statt dessen „im weißen Haus zu bleiben und sich den Arsch abzuarbeiten“ (vox.com), dürfte er laut vieler Medienberichte nicht halten. So berichtete NBC News bereits Anfang Juli, dass der Präsident bereits 35 Tage mit Golfen verbracht haben soll, seitdem er im Amt ist. Das waren am 4. Juli mehr als 21% seiner bisherigen Amtszeit. Die New York Times berichtete bereits im April, dass Präsident Trump zumindest mehr Zeit als seine Vorgänger auf dem Platz verbracht hatte. Bis zum 28. April sei Trump demnach 19 Tage am Golfplatz gewesen. Zum Vergleich: Barack Obama hat bis zu diesem Zeitpunkt seiner Präsidentschaft einen Tag mit Golfen verbracht, George W. Bush gar keinen und Bill Clinton fünf Tage.

Dieses Thema dürfte ein weltweiter Dauerbrenner in den Medien bleiben. Eine eigene Webseite mit sehr eindrucksvollen Zugriffszahlen verwaltet penibel alle zugehörigen Daten wie anfallende Kosten, Spielpartner und Vergleichsdaten.

Internetseite Trump Golf Count >

Trump ist ein guter Golfer und sein Golfspiel lässt, wie bei jedem, wohl Rückschlüsse auf seinen Charakter zu. Er versteht sich auf seinen Golfrunden als generöser Gastgeber, ist immer mit Cart und Caddy unterwegs und fährt immer selbst. Erst kürzlich hat er für Aufregung gesorgt, als er beim Befahren der Grüns in seinem eigenen Resort, Turnberry, fotografiert wurde. Angeblich keine Seltenheit, auch das Befahren von Teeboxen dürfte an der Tagesordnung stehen. Im Flight sucht er typischerweise den besten Spieler zum Partner aus und legt höchsten Wert auf seine eigene Unterhaltsamkeit und uneingeschränkte Spielstärke. Auch in seinem Golf liegt etwas Angeberisches. „Er ist ein besserer Spieler als man von seinem Schwung annehmen würde“, meint auch Phil Mickelson. Aus der langjährigen Freundschaft mit dem ehemaligen Taylormade CEO Mark King resultiert sein Faible für Taylormade, seit letztem November spielt Trump allerdings einen goldenen Honma Beres Driver, den er kurz vor seiner Angelobung vom japanischen Premier Shinzo Abe bekam.

Misslingt ein Schlag, spielt er oft einen zweiten Ball, als hätte es seinen ersten nicht gegeben, seine Mulligans reduzieren sich keinesfalls auf den ersten Abschlag oder auch nur auf das erste Loch. Jegliche Spielerleichterung, von Besserlegen über geschenkte Putts wird angewandt, daher ist auch sein Score, laut vielen Mitspielern, schwierig zu führen. Das offizielle Handicap ist 2,8, aber nur drei Scores seit 2014 sind veröffentlicht, von Ernie Els zum Beispiel wird er auf 8 oder 9 geschätzt. Diverse Journalisten versuchten auch, Trumps eigene Angaben über gewonnene Clubmeisterschaften und Turniere nach zu recherchieren, mussten aber aufgrund der Auskunftsunfreude, vor allem in Trump-eigenen Clubs, aufgeben. Golf ist definitiv eine der größten Leidenschaften des amtierenden Präsidenten und mit seinem Golf Imperium erfüllt er sich wohl einige Träume.

Aber nicht nur aufgrund seines persönlichen Golfes findet man Donald Trump Golf regelmäßig in weltweiten Medien. Neben den vielfältigen kleineren Protesten am Rande der großen Turniere auf Trump-Plätzen steht die Firma Trump Golf auch regelmäßig im Fokus diverser juristischer Gefechte und Diskussionen. Aktuell werden die Pläne zum Bau eines zweiten Golfkurses in Aberdeen, wo 2012 die Trump International Golf Links eröffnet wurden, von zwei wichtigen schottischen Umweltschutz Vereinigungen beansprucht. Die vorgelegten Pläne sollen die vorgegebenen Richtlinien für Ab- & Grundwasserschutz sowie weitere Umweltschutzauflagen nicht berücksichtigen. Geplant sind laut Mother Jones (eines der erfolgreichsten überregionalen Magazinen der Vereinigten Staaten) zwei weitere Weltklasse Golf Kurse, ein Luxus Hotel und 1.450 Eigenheimen, insgesamt ein Investment von mehr als 1 Milliarde Dollar.

Diese Herangehensweise, nämlich das Faible für Luxus, große Namen und eindrucksvolle Projektgrößen, merkt man am gesamten Platz-Portfolio von Trump Golf. Die Kurse sind Austragungsorte für einige der größten und schillerndsten Golfturniere wie zum Beispiel die 2022 stattfindenden PGA Championships in Bedminster oder die kürzlich stattgefundenen US Women’s Open ebendort., Davor machte die Kitchen Aid Senior PGA Halt im Trump National in Washington, D.C., sein Club in Miami war 2013-2016 Austragungsort WGC-Cadillac Championship, und Turnberry war 2015 Host der Women’s British Open Championship.

Die meisten der Plätze tragen „National“ im Namen und inkludieren per se das Potential für eventuell etwas missliche Deals und Missverständnisse, oder auch für deutliche Interessenskonflikte . So könnten sich Gäste des Weißen Hauses durchaus verpflichtet fühlen, den Trump Kurs in Washington statt anderer Plätze zu spielen, die jüngste Kontroverse mit staatlichen Stellen und auch Einwohnern rund um Aberdeen trägt auch nicht zwingend zum besseren gegenseitigen Verständnis bei und die in Dubai eröffneten Kurse steht zum gleich zum Beginn seiner Amtszeit verhängten Einreiseverbot für Muslime doch etwas im Widerspruch.

 

Die Trump Golf Plätze & Resorts und deren Geschichte:

Trump International Golf Links, Schottland

Das Resort etwas außerhalb von Aberdeen gehört zu den größten schottischen Anlagen. Es wurde 2012 eröffnet und ist seitdem im Brennpunkt des lokalen öffentlichen Interesses und vieler Naturschutzorganisationen. 2015 prozessierte Trump gegen die schottische Regierung um ein Verbot des Baus einer Windfarm im angrenzenden Gebiet durchzusetzen, verlor den Prozess aber. Der Kurs sollte 2017, 2019 und 2020 die Scottish Open ausrichten, nach den diffamierenden Aussagen Trumps über Nationalitäten und Religionsgruppen wurde jedoch beschlossen, das Turnier nach Dundonald Links zu verlegen.

 

 

Golf.com über die jüngsten politischen Entwicklungen rund um Trump Golf in Aberdeen:

Trumps course may not host Scottish Open due politics >

 

Trump International Golf Links, Irland

2014 wurde auch in Irland eingekauft. Der Platz in Doonbeg, designed  von Greg Norman, war ebenfalls Schauplatz einiger Auseinandersetzungen mit Umweltschutzorganisationen, nachdem Donald Trump geplant hatte, eine 5 Meter hohe und 2,8km lange Mauer zum Schutz des Platzes vor Überflutung zu bauen. Obwohl das noch kein Zeichen ist, dass Trump den Klimawandel ernst nimmt, wurde der Prozess doch erbittert geführt. Die Bauarbeiten wurden schließlich aufgrund einer einheimischen aussterbenden Schlangenart gestoppt, aber das Ansuchen um den Bau ging zu Beginn 2017 in eine neue Runde. Das Resort mit angeschlossenem 5 Sterne Hotel.

 

Dubai international

Trump International Golf Club, Dubai, Vereinigte arabische Emirate

Ganz nach der Maxime Luxus wurde der Platz und das Clubhaus im Herzen Dubais gebaut. Im Februar dieses Jahres eröffnet und von Gil Hanse geplant, der sich auch für den olympischen Golfplatz in Rio verantwortlich zeichnet, Die Fragen rund um das Projekt sind vielfältig. Können ausländische Regierungen, oder ausländische Investoren wie der Milliardär Hussain Sajwani, der gemeinsam mit Trump das Megaprojekt umsetzt, politischen Druck ausüben? Müssen eigene Sicherheitsvorkehrungen organisiert und bezahlt werden? Wie verstehen sich die Investments mit den verschiedenen Vorstellungen von Menschenrechten und Gerechtigkeit? Die meisten dieser Fragen werden zwar öffentlich gestellt, aber bis dato ohne nennenswerte Auswirkungen, speziell im Golf.

 

 

 

 

 

 

World Dubai

Trump World Golf Club Dubai, Vereinigte arabische Emirate

Das zweite riesige Projekt des Imperiums in Dubai. Ebenfalls gebaut von DAMAC, der Firma des Milliardärs Hussain Sajwani, und von Trump Golf geführt, wurde der 18 Loch Championship Kurs von Tiger Woods geplant. Ein ehrgeiziges Immobilienprojekt wird den Kurs, der 2018 eröffnet wird, begleiten.

Washington Post >

 

 

 

Trump Turnberry, Schottland

Das historische Top-Resort verfügt über drei Golfkurse, davon zwei 18 Loch Plätze. Bevor Trump den Club 2014 kaufte, war er bereits Austragungsort der British Open. Der jüngste Umbau rund um die Löcher nahe des Leuchtturms am Ailsa Kurs wurde zwar international beachtet und ausgezeichnet, die ehrwürdige denkmalgeschützte Hotelanlage mit ihren Jugendstil und Art Decò Elementen wurde allerdings, wie viele andere und ganz im Stile Trumps, in ein Micky Maus Resort inklusive Gold, Kronleuchtern und vierstöckigem römischen Brunnen vor dem Hauptportal umgestaltet. Trumps Mutter stammt von der Inselgruppe der äußeren Hybriden, nicht weit von Turnberry entfernt.

Lido City, Indonesien

Das erste asiatische Mega-Projekt in Höhe von 2 bis 3 Millarden Dollar der Trump Golf Gruppe. Designed von Ernie Els und auf Java, nicht unweit von Jakarta gelegen, und soll Ultraluxus in die asiatische Golfwelt bringen. 3000 Hektar groß liegt die Anlage, an der die kommenden vier Jahre am Golfplatz, am gesamten Gelände 10 Jahre, gebaut werden soll, inmitten eines der letzten ursprünglichen Regenwälder Javas. Auch hier, wie in den europäischen Locations, liegt der Verdacht nahe, dass anstelle eines regional eigebetteten Projektes ein ungeheurer Themenpark auf Lasten der endemischen Tier- und Pflanzenwelt gebaut werden wird.

Bedminster

Trump National Golf Club, Bedminster, New Jersey

2004 eröffnet, ist es der einzige von Trump’s Kursen, der komplett neu gebaut wurde und nicht, wie alle anderen von früheren Eigentümern, die in Schwierigkeiten geraten waren, übernommen wurde. Der Kurs ist nur circa 40 Minuten von Manhattan weg gelegen, der Old Course wird regelmäßig unter die Top 100 weltweiten Kurse gereiht, 2008 eröffnete der New Course seine Grüns. Hier heiratete Trumps Tochter Ivanka ihren Ehemann, Jared Kushner.

Donald Trump’s Cart auf dem Grün in Bedminster

Charlotte

Trump National Golf Club, Charlotte, North Carolina

Der von Greg Norman designte Kurs eröffnte 2012, 14 seiner Löcher flankieren den „Lake Norman“ genannten See und rund um das Clubhaus wurde ein eigenes Dorf inkl. der „Trump-Bakery“ gebaut.

Charlotte Observer >

 

 

Colts neck

Trump National Golf Club, Colts Neck, New Jersey

New Jersey hat also zwei eigene Trump-Kurse. Während Bedminster die Gala-Ausgabe ist, überzeugt Colts Neck mit einem 18Loch Championships Kurs und einem 9Loch Kurzkurs. Tom Fazio überarbeitete das Design und entwarf das 19.Loch, ein Inselgrün, das von allen Restaurants des riesigen Clubhauses eingesehen werden kann.

Ferry Point

Trump Golf Links, Ferry Point, New York

Jack Nicklaus ist für das Design des Links-Style Platzes in der Bronx verantwortlich. Die Skyline von Manhattan und der Blick über den East River und die zugehörigen Brücken dominieren den 2015 eröffneten Platz, der zwar der Stadt New York gehört, aber von Trump Golf geführt wird. Die Pläne, den Kurs auf öffentliches Gebiet auszudehnen und den bestehenden 20-Jahres Vertrag zu verdoppeln, wurden von Bürgermeisten Bill de Blasio abgelehnt.

Hudson valley

Trump National Golf Club, Hudson Valley, New York

Früher eine Bison-Farm, übernahm Trump den Club 2010. Ganz im Trump Style wurde das Clubhaus mit Restaurants und riesigem Fitness- und Wellness Bereich ausgerüstet. Die Anlage spiegelt dennoch den Countryside-Charme mit Ausblick auf Weideland und die Stormville Mountains wieder.

Jupiter

Trump National Golf Club, Jupiter, Florida

Im Zentrum eines Rechtsstreits steht dieser Club, der 2012 von Trump übernommen wurde. Clubmitglieder forderten die Rückvergütung von vertraglich festgelegten 5,7 Millionen Dollar, die ausständig sind und bekamen im Februar recht. Laut der Webseite wurde der von Jack Nicklaus entworfene Kurs 2006 als umweltfreundliche Anlage ausgezeichnet und ist auch für casual Golfer eine feine Adresse.

CNN über den Prozess >

Los Angeles

Trump National Golf Club, Los Angeles

Der öffentliche Kurs in Kalifornien  mit Blick über die Insel Catalina machte im Juli 2015 das letzte Mal Schlagzeilen. Die PGA und ESPN strichen den Club aus der Austragungsliste für ihre Turniere nachdem Trump seine offensiven Kommentare über Mexiko und Mexikaner verlauten lies. Laut Trump müsste es der teuerste je gebaute Kurs sein, 2006 mit Kosten von 250 Millionen Dollar eröffnet.

Doral

Trump National Doral Golf Club, Florida

In der Nähe von Miami eröffnete der Club 2013 seine Pforten. Im Juni 2016 wurden die bis dahin 55 Jahre lang ausgeetragenen PGA Tour’s World Golf Championship – Cadillac Championship nach Mexiko verlegt mit der offiziellen Begründung, dass nicht genug Sponsorgelder für den Austragungsort generiert werden konnten. In das „Blue Monster“, wie der Club genannt wird, wurden laut Webseite ebenfalls 250 Millionen Dollar Investments investiert.

Miami Herald >

West Palm Beach

Trump International Golf Club, West Palm Beach, Florida

Der erste der Trump-Kurse wurde 1999 eröffnet, unter den ersten Mitglieder eine Menge Celebrities. Der Tom Fazio Kurs hostete einige LPGA Turniere, bietet 27 Loch Championship Golf und punktet mit jeder Menge künstlichem Wasser und besten Aussichten.

Philadelphia

Trump National Golf Club, Philadelphia

Auch dieses ist ein Tom Fazio Kurs, den Trump Golf 2009 kaufte. Erhöht gelegten überblickt er die Stadt Phliadelphia. Auch hier wird höchster Wert auf das riesige Clubhaus und seine Möglichkeiten als gesellschaftlicher Treffpunkt für Veranstaltungen aller Art gelegt.

Washington-DC

Trump National Golf Club, Washington, D.C.

Die beiden Kurse entlang dem Potomac Fluss in Virginia, der Mountain View und der Championship-Kurs, wurden 2009 in das Trump Portfolio aufgenommen. Circa 50 Kilometer vom weißen Haus entfernt, und in nächster Nähe zum berühmten Congressional Country Club gelegen, war der Club 2017 Ausstragungsort der Senior PGA Championship, die Bernhard Langer gewann.

Westchester

Trump National Golf Club, Westchester, New York

Der zweitälteste Kurs im Trump-Imperium. Ebenfalls nur 30 Fahrminuten von Midtown entfernt, ist die Anlage eine beliebte Location für Hochzeiten, Diners und Events aller Art. Tom Fazio überarbeitete die Anlage, die mit viel Wasser, pitorresken Steinbrücken und einem 30 Meter breiten Wasserfall durchaus beeindruckt.

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