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Berühmte Golfer – Teil 3

Bereits die ersten beiden Teile unserer Serie waren gespickt mit den klingendsten Namen aus dem 19., 20. und 21. Jahrhundert. Nun wagen wir uns an die Fortsetzung mit jeder Menge Filmgöttingen, Schauspielern und Wirtschaftstycoons.
All jene, die die Golfgeschichten von A wie Fred Astaire bis F wie William Faulkner versäumt haben, können hier nachlesen:
Teil 1 >
& Teil 2 >

fields
W.C. Fields 1880-1946

Der misanthropische Komödiant, Schauspieler und Schriftsteller lebte direkt neben dem Lakeside Golf Club in Burbank, Kalifornien. Dort spielte er regelmäßig 90er Runden und darunter, meist mit seinem engen Freund Oliver Hardy. Er trank übermäßig und sorgte regelmäßig für die Unterhaltung der Mitglieder, weil er an dem Club angrenzenden Grundstück im Pyjama die Enten von seinem Rasen vertrieb. Golf kommt in vielen seiner Filme vor. ’The Golf Specialist‘ gründete auf einem frühen Vaudeville Stück, und in Bob Hope’s Debut ’The Big Broadcast of 1938‘, versuchte Fields den Geschwindigkeitsrekord für eine Golfrunde zu unterbieten, indem er einen Motorroller verwendete. 1972 erschien ein Artikel, in dem sich Lester A. Weinrott an seine ’18 Martini-Runde mit W.CFields‘ 1932 erinnerte: „Die ersten sechs Löcher sind ein reines Trugbild in meinem Gedächtnis. Ich erinnere mich an viel herzliches Lachen. Er jonglierte mit Bällen, war ein begabter Golf-Trick- Spieler und gewann alle Wetten. Am meisten erinnere ich mich an die vielen Füllungen aus den Martini-Flaschen. Ich hatte mich noch so weit im Griff, dass ich das meiste davon auf den Rasen leerte.“

The Golf Specialist

gable
Clark Gable 1901-1960

 

Der König von Hollywood begann in seinen frühen, unbekannten Schauspieljahren mit dem Golfspiel auf den öffentlichen Plätzen rund um Los Angeles. „Ich hatte einen Putter und Clark hatte ein Eisen“, erzählte sein Freund, Schauspieler Paul Fix, einem Biografen, sich an gemeinsame Ausflüge in den Griffith Park in Los Angeles erinnernd. „Wir suchten verlorene Bälle im Out und spielten ganze Tage mit diesen beiden Schlägern Golf“. Nach seinem Armee-Einsatz trat Gable dem Bel Air Country Club bei, wo er auf Loch 13 ein Hole in One schoss. Die meiste Zeit war Robert Wagner sein Caddy, der ihm gestand, er würde ebenfalls gerne in die Filmbranche. Gable stellte ihn in seinem Studio, MGM, vor, der Rest dürfte bekannt sein.

Mit seiner fünften Frau (und Golfpartnerin) Kay Spreckels kaufte er ein Haus in Palm Springs neben dem Bermuda Dunes Country Club, wo er während einer Runde einen der Herzanfälle erlitt, die ihn später umbringen würden. 1959 drehte er gemeinsam mit Sophia Loren seinen vorletzten Film ’It started in Naples‘, wo er drei Wochen im berühmten Villa d’Este Hotel am Comosee wohnte und täglich Golf spielte.

gates
Bill Gates 1955 –

 

Der Mitbegründer von Microsoft ist seit 2002 Mitglied im Augusta National Golf Club, wo er regelmäßig, oft mit seinem engen Freund Warren Buffet, spielt. Gates begann zu Beginn der 1990er Jahre zu spielen und war 1998 sogar in Werbeschaltungen für Callaway’s Big Bertha Driver zu sehen. „Seit auch meine Frau spielt, hat sich meine Golfsucht noch verschlimmert“, erzählte er 2004 Golf Digest nach einem Gewinn von 2 Dollar in einem Match gegen Warren Buffet. Er spielte an diesem Tag eines der ersten Male unter 90. „Deine 89 ist jedenfalls eine Golf Digest Coverstory wert“, meinte Buffet dazu, aktuell spielt Gates ein Handicap Mitte 20.

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Wayne Gretzky 1961 –

 

Als Kind lernte die Hockeylegende, anders als im Hockey, als Linkshänder rechts Golf spielen (anders als Phil Mickelson, der Rechtshänder ist und einzig Golf linkshändig spielt), danach arbeitete Gretzky als Caddy und spielt aktuell ein Handicap von 8,5. Einen seiner ersten größeren öffentlichen Golfauftritte hatte er bei einem ProAm  vor den Canadian Open Mitte der 90er Jahre und war nervös, wie wir alle es sein würden. Gleich am ersten Tee traf er ein Kind, das nicht weiter als 50 Meter entfernt stand, das sofort umkippte. Bei einer anderen Gelegenheit, einer Runde mit Präsident Ford, traf er einen Secret Service Mitarbeiter, der sich in einem Baum versteckt hatte.

 

Wayne Gretzky über sein Golfspiel >

hardy
Oliver Hardy 1892-1957

 

Der Mann, den sie ’Babe‘ nannten begann 1921 mit dem Golfspiel. „Ich liebte es vom ersten Tag an, ich liebte alles daran – Golf war genau mein Spiel“ ist ein überliefertes Zitat von ihm. 1931 begann er im Lakeside Golf Club in Kalifornien zu spielen, wo er oft gemeinsam mit W.C.Fields und Bing Crosby, mit dem er oftmals Duette auf den Fairways sang, spielte. Auch sein Compagnon, Stan Laurel, war ein regelmäßiger Golfer. Hardy war ein begieriger Golfer, immer bestrebt die Studiotage so kurz als möglich zu halten, um noch rasch zumindest 9 Loch spielen zu können. Auch unterwegs suchte er immer nach Gelegenheiten, Golf zu spielen. 1932 zum Beispiel besuchte er mit Laurel Gleneagles auf einer Großbritannien-Tournee. Der Stummfilm ’Should Married Men Go Home?‘ von 1928 ist einer der Gipfel an Golf-Slapstick.

 

Should Married Men Go Home? Für all jene, die abkürzen möchten: Ab Minute 12 auf dem Golfplatz ist Lachen ohne Ende angesagt.

Should Married Men Go Home? Für all jene, die abkürzen möchten: Ab Minute 12 auf dem Golfplatz ist Lachen ohne Ende angesagt.

harlow
Jean Harlow 1911-1937

 

Der (natürliche) platinblonde Superstar spielte regelmäßig bevorzugt auf dem Hollywood-Golfplatz dieser Zeit, dem Lakeside Country Club, und nahm Unterricht beim PGA Spieler Leo Diegel. Während des Shootings zum wunderbaren Film ’Riffraff‘ aus 1936 litt sie an schweren Rückenschmerzen, die als Folgen von zu oftmaligem Golfspiel diagnostiziert wurden, aber, wie sich herausstellte sympthomatisch für das Nierenversagen waren, das die Schauspielerin kurz danach im Alter von 26 Jahren umbrachte.

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Rita Hayworth 1918-1987

 

Die Filmgöttin spielte während ihrer Karriere regelmäßig auf den Plätzen rund um Los Angeles. Sie war jahrelanges Mitglied im Riviera Club und trainierte konzentriert ihr Kurzspiel. 1958 bereiste sie auf einer monatelangen Golfreise gemeinsam mit ihrem fünften Ehemann, dem Filmproduzenten James Hill, Schottland und spielte vor einem Publikum von gut 500 Menschen in Gleneagles eine 87er Runde. Das erste Mal, dass sie unter 90 Schlägen blieb. Auch in ihrer Pension blieb sie dem Golf treu. Sie zog nach Palm Springs und verlängerte dort jährlich ihre Mitgliedschaft im Nabisco Dinah Shore Club.

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Katharine Hepburn 1907-2003

 

Die viermalige Oskar-Gewinnerin begann bereits fünfjährig mit dem Golfspiel während der Sommerferien in ihrer Heimat in Fenwick, Conneticut. Der 9-Loch-Platz, der immer noch existiert, sollte ihr ganzes Leben lang von ihr bespielt werden, die Schauspielerin zog es immer wieder zurück nach Hause. Als Kind zu Hause unterrichtet, nahm sie tägliche Golfstunden. „Es sah so aus, als würde ich eine recht gute Spielerin werden“, schrieb sie in ihrem Memoiren, „ich konnte wirklich weit schlagen und war recht akkurat mit meinen Eisen. Ich war einzig eine wirklich lausige Putterin.“ In Hollywood lebte sie in einem Haus an Loch 14 des Bel Air Golfclubs. Eines Tages, während einer Runde mit dem Club Pro Joe Novak, landete Howard Hughes mit seinem Flugzeug auf dem Fairway und fragte, ob er mitspielen dürfe. Ein recht ungewöhnliches erstes Date. „Howard landete praktisch auf unseren Köpfen“, schrieb sie, „ Er packte seine Schläger aus dem Flugzeug und spielte die restlichen 9 Loch mit uns. Er musste einen Lastwagen kommen lassen, um das Flugzeug vom Kurs abzuholen.“ Das Paar lebte später in Hughes’ Haus im Wilshire Country Club in Los Angeles. Im Bel Air Club war Howard Hughes nicht mehr erwünscht. Hepburn spielte gemeinsam mit ihrem langjährigen Geliebten Spencer Tracy im klassischen Golf-Film ’Pat and Mike‘ von 1952 und spielte all ihre Schläge dafür selbst. Nach einigen Flops und der schwierigen Romanze mit Howard Hughes kehrte sie nach Fenwick zurück, wo sie täglich 36 Loch spielte.

Aus „Pat and Mike“

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Bob Hope 1903-2003

 

Der Theater-, Radio-, Film- und TV-Star wird immer mit einem Golfschläger über seiner Schulter, gemeinsam mit seinen Celebrity-Freunden, für amerikanische Truppen von Berlin bis Da Nang spielend, in Erinnerung bleiben. „Ich erzähle Witze, um meine Greenfees zahlen zu können“, meinte der zeitweilige Handicap 4-Spieler, der auch die britischen Amateurmeisterschaften spielte. Bob Hope wurde 1983 in die World Golf Hall of Fame aufgenommen und seit 1965 heißen die Desert Classic im Palm Springs Bob Hope Classic. Sein Pro-Am brachte die berühmtesten aller Celebrities gemeinsam auf den Golfplatz, 1995 spielten zum Beispiel drei amerikanische Präsidenten zusammen: Gerald Ford, George H.W. Bush und Bill Clinton. Auch das naturgemäß ein willkommener Aufhänger für den Spaßmacher: „Clinton hatte den besten Score, Ford die meisten Fehler und Bush die meisten Schläge – ich selbst habe besser geschummelt denn jemals.“

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Howard Hughes 1905-1976

 

Bereits in seinen frühen 20ern war Howard Hughes der reichste Mann Amerikas und lebte ein ausschweifendes Playboy-Leben in Hollywood. In einem Memo an seinen Finanzberater beschrieb er seine Ambitionen für die nahe Zukunft: „ Mein erstes Ziel ist es, die Nummer 1 im Golf zu werden, das zweite Ziel ist der beste Pilot zu sein, und mein drittes Ziel ist es, der berühmteste Filmproduzent zu werden. Dann will ich dass Du mich zum reichsten Mann der Welt machst.“ Bevor er zum Einsiedler wurde spielte Hughes regelmäßig Golf, teils um horrende Summen, und durchaus gut. 1929, mit 23 Jahren, versuchte er die U.S. Amateurs zu spielen, scheiterte aber an der Qualifikation. Weitere Golf-Geschichten rund um ihn im Rahmen seiner Romanze mit Katharine Hepburn können Sie weiter oben lesen.

Golfszene aus „The Aviator“, die Verfilmung von Howard Hughes’ Leben

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